Karriere

ReFa oder NoFa 2026: Unterschied, Gehalt und Wechsel ins Notariat.

SWSophia Weingart·3. August 2026·4 Min
Karriere

ReFa oder NoFa 2026: Unterschied, Gehalt und Wechsel ins Notariat.

Sophia Weingart·3. August 2026·4 Min

Rechtsanwaltsfachangestellte (ReFa) arbeiten für die streitige Seite des Rechts, Notarfachangestellte (NoFa) für die vorsorgende; beim Gehalt bietet das Notariat eine klare Staffel von 2.620 bis 3.400 Euro Grundgehalt im Monat. Wer vor der Ausbildungswahl steht oder über den Wechsel nachdenkt, findet hier den ehrlichen Vergleich: Aufgaben, Gehalt und der Weg von der Kanzlei ins Notariat.

Das Wichtigste in Kürze

  • ReFa: Prozessrecht, Fristen, RVG-Abrechnung; NoFa: Beurkundung, GNotKG, Grundbuch und Register.
  • NoFa-Gehalt: Staffel von 2.620 Euro (Einstieg) bis 3.400 Euro (10 bis 15 Jahre), Jahresmediane 37.000 bis 44.500 Euro inklusive Sonderzahlungen.
  • ReFa-Gehälter streuen stark nach Kanzleityp; das Notariat bietet eine klare Staffel mit Verhandlungsspielraum.
  • Der Wechsel Richtung Notariat ist gefragt; Register- und Fristenerfahrung zählt in der Bewerbung.
  • Dritter Weg: Die kombinierte ReNo-Ausbildung hält beide Türen offen.

ReFa und NoFa: Was unterscheidet die beiden Berufe im Alltag?

Rechtsanwaltsfachangestellte sind das organisatorische Rückgrat der Kanzlei: Sie überwachen Fristen und Wiedervorlagen, bereiten Schriftsätze und Zwangsvollstreckungen vor und rechnen nach dem RVG ab. Ihr Alltag folgt dem Rhythmus streitiger Verfahren, vom Mandatsbeginn bis zur Entscheidung.

Notarfachangestellte arbeiten in der vorsorgenden Rechtspflege: Sie bereiten Urkundenentwürfe vor, begleiten Beurkundungen, berechnen Kosten nach dem GNotKG und führen den Vollzug über Grundbuch und Handelsregister. Gestritten wird hier nicht, gestaltet umso mehr.

Die kombinierte ReNo-Ausbildung

Es gibt einen dritten Weg: die kombinierte Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten, kurz ReNo. Sie ist vor allem dort verbreitet, wo Anwaltsnotarinnen und Anwaltsnotare beide Ämter unter einem Dach führen, und hält beide Türen offen. Was der Doppelabschluss bringt, lesen Sie im Beitrag zum ReNo-Gehalt.

Gehalt im Vergleich

Für Notarfachangestellte gibt es belastbare Zahlen: Die Erfahrungsstaffel reicht von 2.620 Euro Grundgehalt beim Einstieg über 3.000 Euro nach fünf Jahren bis 3.400 Euro mit 10 bis 15 Jahren. Die Jahresmediane liegen je nach Bundesland zwischen 37.000 und 44.500 Euro inklusive Sonderzahlungen.

Bei Rechtsanwaltsfachangestellten ist Ehrlichkeit angebracht: Veröffentlichte Werte streuen stark nach Kanzleityp, von der Einzelkanzlei bis zur internationalen Sozietät, eine seriöse Durchschnittszahl gibt es nicht. Festhalten lässt sich: Das Notariat bietet eine klare Erfahrungsstaffel, verhandelbare Gehälter und einen planbaren Aufstieg.

Der Wechsel: von der Kanzlei ins Notariat

Der Wechsel Richtung Notariat ist gefragt: Notariate sprechen Rechtsanwaltsfachangestellte in ihren Ausschreibungen regelmäßig ausdrücklich an. Fachlich fehlen meist drei Dinge: das Kostenrecht nach GNotKG statt RVG, die Registerpraxis mit Grundbuch und Handelsregister und der Ablauf einer Beurkundung vom Entwurf bis zum Vollzug.

Genau darauf stellen sich Notariate ein: mit strukturierter Einarbeitung, einer erfahrenen Kollegin an der Seite und Fortbildungsangeboten der Notarkammern. Für die Bewerbung gilt: Heben Sie Register- und Fristenerfahrung ausdrücklich hervor, sie sind die härteste Währung des Notariats. Mehr dazu im Leitfaden zum Quereinstieg ins Notariat.

Wer Fristen beherrscht und Register kennt, bringt ins Notariat mehr mit, als die eigene Bewerbung oft verrät.

Was verdient ein Rechtsanwaltsfachangestellter im Notariat?

Nach der Einarbeitung orientiert sich das Gehalt an der Notariats-Staffel, nicht an der Kanzleivergangenheit: Wer Kostenrecht und Vollzug sicher beherrscht, wird wie eine Notarfachkraft bezahlt. Mitgebrachte Berufsjahre werden dabei häufig teilweise anerkannt; mit einigen Jahren Erfahrung ist die Stufe um 3.000 Euro der realistische Anker, mit langer Praxis 3.400 Euro.

Entscheidungshilfe

  • Streitige Verfahren und Prozesstaktik: die ReFa-Ausbildung, mit Fristen, Schriftsätzen und RVG.
  • Gestaltung, Beurkundung und Mandantennähe: die NoFa-Ausbildung, mit klarer Gehaltsstaffel und planbarem Aufstieg; in der Ausbildung empfiehlt die Bundesnotarkammer je nach Lehrjahr 750 bis 1.140 Euro.
  • Beide Türen offenhalten: die kombinierte ReNo-Ausbildung, vor allem in Regionen mit Anwaltsnotariat.
  • Schon ReFa und wechselwillig: Registerpraxis und Fristenerfahrung hervorheben und gezielt im Notariat bewerben.

Offene Stellen im Notariat, gefiltert nach Beruf und Region, finden Sie in den aktuellen Stellenangeboten. Und ob Ihr aktuelles Gehalt mithalten kann, zeigt unser anonymer Gehaltsvergleich: ohne Anmeldung, in 60 Sekunden.

Fachlich geprüft am 3. August 2026Zuletzt aktualisiert: 3. August 2026

Quellen

  1. Vergütungsempfehlungen der Notarkammern (Bundesnotarkammer, BNotK), Stand 2026.
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Ausbildungsdaten zu Rechtsanwalts-, Notar- und ReNo-Fachangestellten.
  3. Kuratierte Marktdaten Notarfachkraft.de je Bundesland und Rolle, laufend ergänzt um anonyme Community-Angaben, Stand 2026.

Häufige Fragen

Rechtsanwaltsfachangestellte arbeiten in Kanzleien für die streitige Seite des Rechts: Fristen, Schriftsätze, Zwangsvollstreckung, Abrechnung nach RVG. Notarfachangestellte arbeiten im Notariat in der vorsorgenden Rechtspflege: Urkundenentwürfe, Beurkundung, Kosten nach GNotKG und Vollzug über Grundbuch und Handelsregister.

Ja, dieser Wechsel ist verbreitet und von Notariaten gefragt. Kostenrecht, Registerpraxis und Beurkundungsablauf lernen Sie in einer strukturierten Einarbeitung; Fristen- und Mandatserfahrung bringen Sie bereits mit. Nach der Einarbeitung gilt die normale Notariats-Staffel.

Eine seriöse Pauschalantwort gibt es nicht, weil ReFa-Gehälter stark nach Kanzleityp streuen: In Großkanzleien kann es mehr sein, in kleinen Kanzleien weniger. Für NoFa liegen belastbare Zahlen vor: 2.620 bis 3.400 Euro Grundgehalt in der Erfahrungsstaffel, Jahresmediane von 37.000 bis 44.500 Euro inklusive Sonderzahlungen. Das Notariat steht damit auf einer verlässlichen, verhandelbaren Grundlage.

Über eine gezielte Bewerbung, die Register- und Fristenerfahrung in den Vordergrund stellt, und die Bereitschaft, GNotKG und Beurkundungsablauf zu lernen. Notariate arbeiten neue Kolleginnen strukturiert ein; nach der Einarbeitung orientiert sich das Gehalt an der Notariats-Staffel bis 3.400 Euro.

Ja, der Weg funktioniert auch umgekehrt: Sorgfalt, Fristenkultur und Registerwissen sind in Kanzleien gefragt; neu sind vor allem die RVG-Abrechnung und der Takt streitiger Verfahren. Wer beide Welten dauerhaft offenhalten will, fährt mit der kombinierten ReNo-Ausbildung am besten.

Sophia Weingart

Redaktion Karriere

Notariat kompakt

Post, auf die man wartet.

Einmal im Monat eine kurze, sorgfältig zusammengestellte Übersicht: was das Notariat gerade beschäftigt, in 5 Minuten gelesen.