Was verdient ein Notar 2026? Der ehrliche Gehaltsreport.
Was verdient ein Notar 2026? Der ehrliche Gehaltsreport.
Was ein Notar verdient, lässt sich seriös nicht mit einer einzigen Zahl beantworten: Notarinnen und Notare sind selbstständige Amtsträger, ihr Einkommen hängt am Urkundenaufkommen des Amtsbereichs, und belastbar beziffern lässt sich nur der Einstieg als Notarassessor mit Bezügen ab ca. 4.300 Euro im Monat. Dieser Report erklärt, warum die Pauschalzahlen der großen Portale in die Irre führen, welche Bandbreiten realistisch sind und was das Team im Notariat tatsächlich verdient. Mit echten Zahlen dort, wo es echte Zahlen gibt.
Warum es die eine Notar-Gehaltszahl nicht gibt
Ein Notar bezieht kein Gehalt. Notarinnen und Notare sind selbstständige Träger eines öffentlichen Amtes: Für jede Beurkundung erheben sie Gebühren, deren Höhe das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) gesetzlich festlegt, nach oben wie nach unten unverhandelbar. Wie viel am Jahresende zusammenkommt, entscheidet deshalb nicht das Verhandlungsgeschick, sondern das Urkundenaufkommen des Amtsbereichs: wie viele Immobilienkäufe, Gesellschaftsgründungen und Erbverträge dort tatsächlich anfallen.
Dazu kommt: Umsatz ist nicht Gewinn. Von den Gebühreneinnahmen gehen Personalkosten, Miete, Technik, Versicherungen und Abgaben an Kammer beziehungsweise Notarkasse ab; erst der verbleibende Überschuss ist das Einkommen des Amtsträgers. Zwei Stellen mit gleichem Umsatz können deshalb sehr unterschiedliche Einkommen tragen.
Ehrlich ist darum nur eine Bandbreite: In etablierten, urkundsstarken Stellen, etwa in Ballungsräumen mit vielen Immobilien- und Unternehmenssachen, sind sechsstellige Jahresüberschüsse möglich. Kleine und ländliche Stellen mit geringem Urkundenaufkommen liegen deutlich darunter. Und wer eine Stelle neu übernimmt und aufbaut, startet wirtschaftlich anders als eine seit Jahrzehnten eingeführte Stelle mit eingespieltem Team.
Anwaltsnotar oder Nur-Notar: warum der Ort die Antwort bestimmt
Deutschland kennt zwei Notariatsformen, und die Bundesnotarordnung trennt sie streng nach Regionen. Im hauptberuflichen Notariat, etwa im Rheinland, in Bayern und in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands, lebt der Nur-Notar ausschließlich von seinem Amt. Im Anwaltsnotariat, etwa in Westfalen, Niedersachsen oder Berlin, führt der Anwaltsnotar das Amt neben seiner Kanzlei: Sein Einkommen ist ein Mischeinkommen aus Anwaltsumsatz und Notargebühren. Jede bundesweite Durchschnittszahl vergleicht also zwei Berufswirklichkeiten, die wirtschaftlich wenig gemeinsam haben.
Der bezahlte Einstieg: was ein Notarassessor verdient
An genau einer Stelle des Notarberufs existiert eine belastbare Zahl: im Anwärterdienst. Notarassessoren erhalten Anwärterbezüge, die besoldungsähnlich festgesetzt und an die R1-Besoldung angelehnt sind; die veröffentlichten Sätze der Notarkammern liegen je nach Kammer und Dienstjahr grob zwischen 4.850 und 5.350 Euro im Monat, konservativ gerechnet ab ca. 4.300 Euro. Wer die Bezüge zahlt, wie die Auswahl läuft und was sich mit der Bestellung ändert, steht im Detail in unserem Report zum Notarassessor-Gehalt.
Was das Team im Notariat verdient
Während das Einkommen des Amtsträgers eine Bandbreite bleibt, sind die Gehälter im Notariatsteam gut belegt; alle Gehälter im Notariat von der Auszubildenden bis zur Büroleitung bündelt unsere Übersicht. Notarfachangestellte verdienen bundesweit in der Mitte rund 40.100 Euro im Jahr inklusive Sonderzahlungen; Notarfachwirte liegen mit rund 49.700 Euro etwa 24 Prozent darüber. Zwischen den Bundesländern liegen bis zu 7.500 Euro, gut 20 Prozent:
Netto heißt das für das Team (Steuerklasse I, 2026): Ein Einstiegsgehalt von 2.620 Euro brutto entspricht rund 1.770 Euro netto, 3.400 Euro mit langjähriger Erfahrung etwa 2.230 Euro, 4.200 Euro als erfahrener Notarfachwirt etwa 2.660 Euro. Alle 16 Bundesländer, Erfahrungsstufen und Rollen zeigt die Gehaltsübersicht für das Notariat.
Warum Portalzahlen zum Notar-Gehalt fast immer falsch sind
Die großen Gehaltsportale beantworten die Frage trotzdem mit einer Zahl, und diese Zahlen widersprechen sich teils erheblich. Der Grund ist methodisch: Template-Datenbanken sammeln alles ein, was das Wort Notar enthält, und mitteln Angestelltendaten aus Notariaten mit Schätzwerten für selbstständige Amtsträger zu einem einzigen Betrag. Heraus kommt eine Zahl, die für niemanden gilt: zu hoch für Notarfachangestellte, ohne Aussagekraft für den Amtsträger, dessen Einkommen am Amtsbereich hängt. Wer sich über die Widersprüche zwischen den Portalen gewundert hat, findet hier die Erklärung.
Woher unsere Zahlen kommen
Wir nennen nur Zahlen, die wir belegen können, und lassen die Lücke offen, wo es keine seriöse Quelle gibt. Grundlage sind kuratierte Marktdaten (BNotK-Vergütungsempfehlungen und veröffentlichte Quellen), laufend ergänzt um anonyme Community-Angaben, Stand 2026. Mit jeder anonymen Gehaltsangabe aus einem Notariat wächst diese Basis und macht die Bandbreiten schärfer.
Wenn Sie selbst im Notariat arbeiten, prüfen Sie in 60 Sekunden, wo Sie stehen: Der anonyme Gehaltsvergleich funktioniert ohne Anmeldung. Und wer Gehaltsdaten und Entwicklungen im Notariat weiterverfolgen möchte, erhält sie mit unserem Newsletter Notariat kompakt direkt ins Postfach.
Quellen
- BNotKVergütungsempfehlungen der NotarkammernBundesnotarkammer · Stand 2026
- GNotKGGerichts- und Notarkostengesetz und BundesnotarordnungGesetzestexte
- NotKVeröffentlichte Anwärterbezüge für NotarassessorenNotarkammern · Stand 2026
- NFKKuratierte Marktdaten je Bundesland und RolleNotarfachkraft.de, mit anonymen Community-Angaben · Stand 2026
Häufige Fragen
Eine seriöse Monatszahl gibt es nicht: Das Einkommen hängt vom Urkundenaufkommen des Amtsbereichs, von der Notariatsform und von der Kostenstruktur der Stelle ab. Belastbar ist nur der Einstieg: Notarassessoren erhalten Anwärterbezüge ab ca. 4.300 Euro im Monat, veröffentlicht sind je nach Kammer und Dienstjahr grob 4.850 bis 5.350 Euro. Danach reicht die Spanne von soliden bis zu sechsstelligen Jahresüberschüssen.
Notare sind selbstständige Amtsträger: Vom Gebührenumsatz gehen zunächst Personal, Miete, Versicherungen und Abgaben ab, danach Steuern und die eigene Vorsorge. Was netto bleibt, ist deshalb so individuell wie die Stelle selbst; jede pauschale Netto-Zahl wäre erfunden.
Das hängt vom Vergleichspaar ab. Ein Notar in einem urkundsstarken Amtsbereich kann über dem Einkommen vieler Kanzleien liegen, eine kleine ländliche Notarstelle auch darunter; Partner großer Wirtschaftskanzleien wiederum verdienen mehr als die meisten Notare. Seriös ist nur der Blick auf die konkrete Stelle und die konkrete Kanzlei.
Notarfachangestellte verdienen bundesweit in der Mitte rund 40.100 Euro im Jahr inklusive Sonderzahlungen, je nach Bundesland zwischen 37.000 und 44.500 Euro. Notarfachwirte liegen mit rund 49.700 Euro etwa 24 Prozent darüber. Alle Details nach Bundesland und Erfahrung in der Gehaltsübersicht für das Notariat.
Ein Anwaltsnotar führt das Notaramt neben der eigenen Kanzlei; sein Einkommen ist ein Mischeinkommen aus Anwaltshonoraren und Notargebühren nach dem GNotKG. Wie viel das Amt beiträgt, hängt vom Urkundenaufkommen ab: In vielen Anwaltsnotariaten ist es ein Standbein neben dem Mandatsgeschäft, keine alleinige Einkommensquelle.