Gehalt

Brutto-Netto Notarfachangestellte 2026: Was von 2.620 Euro bleibt.

ABAnnika Beckmann·30. April 2026·5 Min
Gehalt

Brutto-Netto Notarfachangestellte 2026: Was von 2.620 Euro bleibt.

Annika Beckmann·30. April 2026·5 Min

Von 2.620 Euro brutto bleiben einer Notarfachangestellten 2026 rund 1.770 Euro netto, das entspricht 32,4 Prozent Abzügen in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer. Je höher das Gehalt, desto größer der Anteil, den Steuern und Sozialabgaben beanspruchen. Wir rechnen drei typische Notariatsgehälter durch und zeigen, welche Stellschrauben Ihr Netto tatsächlich bewegen.

Die Rechnung

Rund ein Drittel des Bruttogehalts geht an Steuern und Sozialabgaben.

Vom Einstiegsgehalt mit 2.620 Euro brutto bleiben 2026 rund 1.770 Euro netto, gerechnet für Steuerklasse I ohne Kirchensteuer. Das entspricht 32,4 Prozent Abzügen für Lohnsteuer und die vier Sozialversicherungen.

Mit steigendem Brutto wächst der Abzugsanteil: Bei 3.400 Euro bleiben ca. 2.230 Euro (34,4 Prozent), beim Notarfachwirt mit 4.200 Euro ca. 2.660 Euro (36,7 Prozent). Denken Sie in Gehaltsgesprächen in Brutto-Schritten, aber prüfen Sie das Netto.

Brutto, Einstieg
2.620 €
gegenüber
Netto
~1.770 €
Lohnsteuer 2026, Steuerklasse I ohne Kirchensteuer; Abzüge 32,4 Prozent

Brutto-Netto 2026: drei Beispielrechnungen aus dem Notariat

Die folgenden Werte beruhen auf der Lohnsteuer 2026 für Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, gesetzlich kranken- und rentenversichert. Die drei Bruttowerte markieren typische Stationen im Notariat: den Einstieg nach der Ausbildung mit 2.620 Euro, die Stufe mit 10 bis 15 Jahren Erfahrung mit 3.400 Euro und einen erfahrenen Notarfachwirt mit 4.200 Euro Grundgehalt.

2.620 € brutto
~1.770 € netto
3.400 € brutto
~2.230 € netto
4.200 € brutto
~2.660 € netto
Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer; Abzüge 32,4 / 34,4 / 36,7 Prozent.

Auffällig ist die Progression: Wer von 2.620 auf 3.400 Euro brutto steigt, hat davon netto rund 460 Euro mehr, der Rest fließt in Steuern und Sozialabgaben. Für Gehaltsgespräche heißt das: Denken Sie in Brutto-Schritten, aber prüfen Sie, was davon netto ankommt; auch der Stundenlohn für Notarfachangestellte ist stets ein Bruttowert.

Was genau abgezogen wird

Den Abzugsblock teilen sich die Lohnsteuer und vier Sozialversicherungen. Die Sozialbeiträge tragen Sie und das Notariat je zur Hälfte, die Lohnsteuer tragen Sie allein.

  • Lohnsteuer: steigt progressiv, mit jedem Euro brutto wächst sie überproportional
  • Krankenversicherung: Grundbeitrag plus kassenindividueller Zusatzbeitrag, hälftig geteilt
  • Rentenversicherung: der größte einzelne Sozialversicherungsbeitrag
  • Arbeitslosenversicherung: der kleinste Posten unter den Sozialabgaben
  • Pflegeversicherung: je nach Kinderzahl und Bundesland leicht unterschiedlich

Steuerklasse und Kirchensteuer

Alle Beispiele gelten für Steuerklasse I, also für Ledige ohne eingetragene Freibeträge. Verheiratete können zwischen den Kombinationen IV/IV und III/V wählen; das verschiebt den monatlichen Lohnsteuerabzug, die endgültige Steuerlast klärt erst die Steuererklärung. Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich Kirchensteuer: 8 Prozent der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9 Prozent in den übrigen Bundesländern. Die Beispielwerte oben enthalten keine Kirchensteuer.

Sonderzahlungen ehrlich einordnen

Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind in Notariaten verbreitet, aber freiwillig: Einen Anspruch auf ein 13. Gehalt gibt es nur, wenn der Arbeitsvertrag oder eine betriebliche Übung ihn begründet. Deshalb weisen unsere Jahresmediane Sonderzahlungen ausdrücklich als „inklusive“ aus, statt sie als garantiertes 13. Monatsgehalt zu rechnen. Wer sein Jahreseinkommen plant, sollte den festen Teil vom freiwilligen Teil trennen.

Für das Netto wichtig: Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden als sonstige Bezüge versteuert. Im Auszahlungsmonat wirkt der Abzug deshalb höher als beim laufenden Gehalt; über das Steuerjahr gleicht sich das in der Regel wieder aus. Wundern Sie sich also nicht, wenn vom Weihnachtsgeld anteilig weniger übrig bleibt als von einem normalen Monatsgehalt.

Brutto nach Bundesland

Wie viel brutto überhaupt erreichbar ist, hängt stark vom Standort ab: Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Bundesland liegen 7.500 Euro im Jahr, gut 20 Prozent. Die vollständige Übersicht mit allen 16 Ländern finden Sie auf unserer Gehaltsseite.

Bayern
44.500 €
Baden-Württemberg
44.200 €
Hamburg
43.800 €
Sachsen-Anhalt
37.200 €
Thüringen
37.000 €
Balkenlänge im Bereich 36.500 bis 45.000 Euro, geschnittene Achse · Jahreswerte inklusive Sonderzahlungen, gerundet

Mehr netto ohne mehr brutto?

Ganz ohne Gehaltserhöhung wächst das Netto nur an wenigen Stellen. Ehepaare können ihre Steuerklassenkombination prüfen, Pendlerinnen und Fortbildungswillige Freibeträge im Lohnsteuerermäßigungsverfahren eintragen lassen, und vermögenswirksame Leistungen sind ein kleiner, oft ungenutzter Baustein vom Arbeitgeber. Alle drei Wege wirken begrenzt, kosten aber kaum mehr als einen Antrag.

Ob Ihr Brutto zum Markt passt, klärt ein anonymer Gehaltsvergleich: ohne Anmeldung, in 60 Sekunden, eingeordnet nach Bundesland und Erfahrung.

Quellen

  • BMF
    Brutto-Netto-Beispiele auf Basis der Lohnsteuer 2026
    BMF-Steuerrechner, Steuerklasse I ohne Kirchensteuer · Stand 2026
  • BNotK
    Vergütungsempfehlungen der Notarkammern
    Bundesnotarkammer · Stand 2026
  • NFK
    Kuratierte Marktdaten je Bundesland und Rolle
    Notarfachkraft.de, mit anonymen Community-Angaben · Stand 2026

Häufige Fragen

Rund 1.770 Euro im Monat, das entspricht 32,4 Prozent Abzügen (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, Lohnsteuer 2026). Mit Kirchensteuer oder in einer anderen Steuerklasse fällt der Wert etwas anders aus.

Ca. 2.230 Euro netto, die Abzüge liegen bei 34,4 Prozent (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, 2026). 3.400 Euro brutto entsprechen dem Median für Notarfachangestellte mit 10 bis 15 Jahren Erfahrung.

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind in vielen Notariaten verbreitet, bleiben aber freiwillige Leistungen, sofern der Arbeitsvertrag oder eine betriebliche Übung nichts anderes begründet. Unsere Jahresmediane weisen Sonderzahlungen deshalb ausdrücklich als enthalten aus.

Je nach Erfahrung zwischen rund 1.770 Euro (Einstieg, 2.620 Euro brutto) und ca. 2.230 Euro (3.400 Euro brutto, 10 bis 15 Jahre), jeweils Steuerklasse I ohne Kirchensteuer. Ein erfahrener Notarfachwirt kommt bei 4.200 Euro brutto auf ca. 2.660 Euro netto.

Meist wegen Kirchensteuer, des kassenindividuellen Zusatzbeitrags Ihrer Krankenkasse, eingetragener Freibeträge oder einer anderen Steuerklasse. Auch geldwerte Vorteile wie ein Jobticket verändern die Rechnung. Die Beispielwerte sind deshalb eine Orientierung, keine Lohnabrechnung.

Redaktionelle Prüfung3. August 2026
Annika BeckmannRedaktion Gehaltsdaten

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