Karriere

Notarfachwirt werden: Was die Weiterbildung kostet und bringt.

NNNora Niemüller·24. Juni 2026·9 Min
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Notarfachwirt werden: Was die Weiterbildung kostet und bringt.

Nora Niemüller·24. Juni 2026·9 Min

Drei Jahre Aufwand, ein Abschluss, ein spürbarer Gehaltssprung. Die Weiterbildung zum Notarfachwirt gilt als der wichtigste Karriereschritt im Notariat. Aber lohnt sie sich wirklich? Wir haben Kosten, Dauer und den realen Verdienst gegenübergestellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weiterbildung dauert berufsbegleitend meist zwei bis drei Jahre.
  • Die Lehrgangsgebühren liegen zwischen 2.500 und 5.000 Euro, oft vom Notariat getragen.
  • Notarfachwirte verdienen im Schnitt rund 27 Prozent mehr als Notarfachangestellte.
  • Der Abschluss eröffnet Positionen mit Personalverantwortung und Bürovorstand.

Was macht ein Notarfachwirt eigentlich?

Der Notarfachwirt ist die anerkannte Aufstiegsfortbildung für Notarfachangestellte. Während die Ausbildung das Handwerk vermittelt, vertieft die Fortbildung das juristische und betriebswirtschaftliche Verständnis: komplexe Beurkundungsverfahren, Kostenrecht, Personalführung und die selbstständige Betreuung anspruchsvoller Mandate.

In der Praxis übernehmen Notarfachwirte oft die Rolle des Bürovorstands. Sie koordinieren das Team, verantworten die Qualitätssicherung und sind die rechte Hand der Notarin oder des Notars, auch in wirtschaftlichen Fragen.

Voraussetzungen und Ablauf

Für die Zulassung zur Fortbildung brauchen Sie in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung zur Notarfachangestellten und mehrere Jahre Berufspraxis im Notariat. Die genauen Anforderungen legt die jeweilige Notarkammer fest, sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Der Lehrgang findet meist berufsbegleitend an Abenden und Wochenenden statt. So bleiben Sie im Notariat als Arbeitgeber aktiv und wenden das Gelernte direkt an.

Die Fortbildung zahlt sich nicht nur im Gehalt aus, sondern vor allem in der Verantwortung, die man danach tragen darf.

Was kostet die Weiterbildung?

Die Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter und Region zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Hinzu kommen Prüfungsgebühren und Lernmaterial. Der gute Teil: Viele Notariate beteiligen sich an den Kosten oder übernehmen sie vollständig, weil qualifizierte Fachwirte schwer zu finden sind.

  • Lehrgangsgebühren: 2.500 bis 5.000 Euro
  • Prüfungsgebühr: 300 bis 600 Euro
  • Dauer: zwei bis drei Jahre berufsbegleitend

Der Gehaltssprung, ehrlich vorgerechnet

Hier wird es konkret. Eine Notarfachangestellte mit zehn Jahren Erfahrung verdient im Median rund 3.680 Euro brutto. Mit dem Fachwirt-Abschluss steigt das Gehalt in derselben Position typischerweise auf 4.300 bis 6.720 Euro, ein Plus von durchschnittlich 27 Prozent. Wer Personalverantwortung übernimmt, erreicht in Einzelfällen bis zu 8.000 Euro.

Den vollständigen Vergleich nach Berufsjahren und Bundesland finden Sie in unserem Gehaltsvergleich für Notarfachangestellte und Notarfachwirte. Wer den nächsten Schritt sucht, wird in den aktuellen Stellenangeboten fündig, gefiltert nach Beruf und Region.

Lohnt sich der Schritt?

Rein finanziell amortisieren sich die Kosten oft schon im ersten Jahr nach dem Abschluss, vor allem wenn das Notariat die Gebühren mitträgt. Wichtiger ist der langfristige Effekt: mehr Verantwortung, sicherere Arbeitsmarktposition und der Zugang zu Leitungsfunktionen, die Notarfachangestellten ohne Fortbildung verschlossen bleiben.

Fachlich geprüft am 24. Juni 2026Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2026

Quellen

  1. Vergütungsempfehlungen der Notarkammern (Bundesnotarkammer, BNotK), Stand 2026.
  2. Eigene Gehaltserhebung Notarfachkraft.de, über 1.800 Datenpunkte aus 16 Bundesländern.
  3. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Ausbildungs- und Fortbildungsdaten.

Häufige Fragen

Berufsbegleitend dauert die Weiterbildung in der Regel zwei bis drei Jahre. Vollzeit-Lehrgänge sind kürzer, in der Praxis aber selten, weil die meisten Teilnehmenden weiter im Notariat arbeiten.

Die Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter und Bundesland typischerweise zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Viele Notariate übernehmen die Kosten ganz oder teilweise und rechnen Lehrgangszeiten als Arbeitszeit an.

Ein Notarfachwirt verdient mit Berufserfahrung im Schnitt rund 27 Prozent mehr als eine Notarfachangestellte mit gleicher Erfahrung. Die Gehälter liegen typischerweise zwischen 4.300 und 6.720 Euro brutto im Monat. Details im Gehaltsvergleich.

Nora Niemüller

Redaktion Karriere

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