Ausbildung

Recht im Notariat (LL.B.) 2026: Das Studium neben dem Beruf.

ABAnnika Beckmann·3. August 2026·5 Min
Ausbildung

Recht im Notariat (LL.B.) 2026: Das Studium neben dem Beruf.

Annika Beckmann·3. August 2026·5 Min

Recht im Notariat ist ein berufsbegleitender Bachelor of Laws (LL.B.) speziell für Notariatsbeschäftigte: mehrjährig neben dem Beruf studiert, unter anderem als Fernstudium der SRH, mit Gesamtkosten je nach Anbieter im vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Der Studiengang schließt die Lücke zwischen der Kammerfortbildung zum Notarfachwirt und dem Volljurastudium. Für wen er sich lohnt und wo seine Grenzen liegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Recht im Notariat ist ein berufsbegleitender Bachelor of Laws (LL.B.) speziell für Notariatsbeschäftigte, u. a. als Fernstudium der SRH.
  • Ein klassisches duales Studium ist es nicht: Sie studieren neben Ihrer Anstellung im Notariat.
  • Die Zulassung ist je nach Hochschule und Bundesland auch ohne Abitur über die berufliche Qualifikation möglich.
  • Der Notarfachwirt bleibt die praxisnähere Alternative mit einem belegten Gehaltsplus von rund 24 Prozent.
  • Notar wird man mit dem LL.B. nicht: Dafür braucht es das Volljurastudium mit beiden Staatsexamen.

Was ist der Studiengang Recht im Notariat?

Recht im Notariat ist ein Bachelor of Laws (LL.B.), der gezielt für Beschäftigte im Notariat entwickelt wurde und berufsbegleitend studiert wird, unter anderem als Fernstudium der SRH Fernhochschule. Getragen wird das Modell auch vom Berufsstand selbst: Notarkammern wie die Hamburgische Notarkammer unterstützen den Studiengang. Inhaltlich vertieft er die Rechtsgebiete des Notariatsalltags und verbreitert sie akademisch; Sie bleiben dabei in Ihrer Anstellung und wenden das Gelernte direkt an.

Kosten und Dauer

Verlässlich lässt sich das nur qualitativ sagen: Das Studium läuft mehrjährig berufsbegleitend, die Gesamtkosten liegen je nach Anbieter im vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich; verbindlich sind die aktuellen Anbieterangaben. Ob sich das Notariat an den Kosten beteiligt, ist Verhandlungssache und ein legitimes Thema für das Jahresgespräch.

Für wen lohnt sich das Studium?

Der Studiengang richtet sich an ambitionierte Notarfachangestellte und Notarfachwirte, die mehr wollen als die nächste Gehaltsstufe: die Büroleitung großer Notariate, die Ausbildung des Nachwuchses oder Spezialaufgaben in anspruchsvollen Mandaten. Wer verstehen will, warum das Recht so ist, wie es ist, und nicht nur, wie man es anwendet, ist hier richtig.

Einen festen Gehaltsaufschlag für den LL.B. gibt es nicht, und wir nennen bewusst keine erfundene Zahl. Der Effekt wirkt indirekt: Das Studium qualifiziert für Führungs- und Spezialrollen, die besser vergütet werden als die klassische Sachbearbeitung. Zur Einordnung: Büroleitungen, in aller Regel erfahrene Notarfachwirte, verdienen im Median 4.200 Euro Grundgehalt im Monat, die Spanne reicht bis 4.900 Euro.

Kann ein Notarfachangestellter ohne Abitur studieren?

Ja, in der Regel über die berufliche Qualifikation: Eine abgeschlossene Ausbildung plus Berufspraxis öffnet je nach Hochschule und Bundesland den Hochschulzugang ohne Abitur, teils verbunden mit einer Eignungsprüfung oder einem Probestudium. Die genauen Bedingungen legt die jeweilige Hochschule fest; fragen Sie dort gezielt nach dem Zugang für beruflich Qualifizierte.

Duales Studium oder berufsbegleitend?

Wer nach einem dualen Studium im Notariat sucht, findet in der Praxis fast immer das berufsbegleitende Modell: Sie stehen in einer normalen Anstellung und studieren daneben, meist im Fernstudium mit freier Zeiteinteilung. Ein klassisches duales Studium mit eigenem Studienvertrag und verzahnten Praxisphasen ist Recht im Notariat nicht, und das ist ehrlicherweise auch der Grund, warum es ohne Abstriche beim Gehalt funktioniert.

Studium oder Notarfachwirt: was passt zu wem?

Die häufigste Abwägung ist die zwischen dem LL.B. und der Kammerfortbildung zum Notarfachwirt. Der Fachwirt ist die praxisnahe Aufstiegsfortbildung mit einem klar belegten Gehaltsplus von rund 24 Prozent; alles Wichtige dazu steht in unserem Leitfaden Notarfachwirt werden. Das Studium ist der akademischere, breitere Weg, der über den Notariatsalltag hinaus qualifiziert.

  • Notarfachwirt: praxisnahe Kammerfortbildung, meist zwei bis drei Jahre berufsbegleitend, Gehaltsplus rund 24 Prozent.
  • Recht im Notariat (LL.B.): akademischer Abschluss, mehrjährig berufsbegleitend, breiteres rechtliches Fundament.
  • Reihenfolge: Beide Wege schließen sich nicht aus; der Fachwirt kann dem Studium vorausgehen.

Macht das Studium zum Notar?

Nein, und dieser Punkt gehört ehrlich auf den Tisch: Notarin oder Notar wird ausschließlich, wer ein Volljurastudium mit beiden Staatsexamen abschließt; im Nur-Notariat folgt darauf in der Regel ein rund dreijähriger Anwärterdienst als Notarassessor. Der LL.B. ersetzt diesen Weg nicht, er professionalisiert die Fachkarriere daneben. Was der lange Weg zum Amt bedeutet, lesen Sie im Beitrag Notar werden als Notarfachangestellte.

Sie überlegen, welcher Weg zu Ihnen passt? Unser Newsletter Notariat kompakt begleitet Aufstiegswege im Notariat mit Fakten statt Werbeversprechen, von der Fortbildung bis zum Studium.

Fachlich geprüft am 3. August 2026Zuletzt aktualisiert: 3. August 2026

Quellen

  1. SRH Fernhochschule, Studiengangsinformationen Recht im Notariat (LL.B.); verbindlich sind die aktuellen Anbieterangaben.
  2. Hamburgische Notarkammer, Informationen zur Weiterqualifizierung im Notariat.
  3. Bundesnotarordnung (BNotO), Zugangsvoraussetzungen zum Notaramt.

Häufige Fragen

Ein berufsbegleitender Bachelor of Laws (LL.B.) speziell für Notariatsbeschäftigte, unter anderem als Fernstudium der SRH; Notarkammern wie die Hamburgische unterstützen ihn. Das Studium läuft mehrjährig neben der Anstellung, die Gesamtkosten liegen je nach Anbieter im vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich; verbindlich sind die aktuellen Anbieterangaben.

Ein klassisches duales Studium ist es nicht: Sie studieren berufsbegleitend neben Ihrer bestehenden Anstellung im Notariat, meist im Fernstudium. Praktisch erfüllt das denselben Zweck, ohne dass Sie auf Gehalt verzichten müssen.

Ja, je nach Hochschule und Bundesland über die berufliche Qualifikation: abgeschlossene Ausbildung plus Berufspraxis, teils mit Eignungsprüfung oder Probestudium. Maßgeblich sind die Zugangsregeln der jeweiligen Hochschule.

Nein. Notarin oder Notar wird nur, wer ein Volljurastudium mit beiden Staatsexamen absolviert; danach folgt im Nur-Notariat in der Regel ein rund dreijähriger Anwärterdienst. Der LL.B. stärkt die Fachkarriere im Notariat, ersetzt das Jurastudium aber nicht.

Einen festen, belegbaren Aufschlag gibt es nicht; der Effekt läuft über die Rolle. Das Studium öffnet Führungs- und Spezialaufgaben wie die Büroleitung, die besser vergütet werden. Wer einen klar bezifferten Sprung sucht, findet ihn eher beim Notarfachwirt mit rund 24 Prozent Plus.

Annika Beckmann

Redaktion Ausbildung

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